Wirtschaftsmedaille des Landes für Kriwan
Für Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz ist Friedrich Kriwan eine „herausragende Persönlichkeit der Region Heilbronn-Franken“. Kriwan habe sein Unternehmen in wichtigen Nischenmärkten zum „absoluten Weltmarktführer“ gemacht und ihm liege die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter sehr am Herzen. Drautz verlieh Kriwan daher die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Friedrich Kriwans Reaktion auf die Ehrung zeigt, dass er trotz aller Erfolge bescheiden geblieben ist: „Ich nehme diese Auszeichnung vor allem als Anerkennung der Leistung meiner Mitarbeiter an, die maßgeblich am Erfolg beteiligt sind. Ich war nur eines von vielen Rädchen.“ Er sei seit Gründung des Unternehmens dem Grundsatz treu geblieben, keine Schulden zu machen und „nur das Geld auszugeben, das ich vorher verdient habe.“ Deshalb können jetzt KRIWAN Industrie-Elektronik und KRIWAN Testzentrum in der Wirtschaftskrise ohne Fremdmittel weiter investieren. Dennoch muss auch KRIWAN bei einzelnen großen Kunden einen beträchtlichen Auftragsrückgang verkraften. Die Mitarbeiter waren jedoch bereit, die Lasten der Krise gemeinsam zu schultern.
Vor 41 Jahren gründete Friedrich Kriwan in Nagelsberg sein eigenes Unternehmen - mit einer bahnbrechenden Idee: dem Motorschutzgerät INT 69, das elektrische Maschinen vor Überlastung bewahrt. Bis heute steht INT als weltweit geschützte Bezeichnung für viele KRIWAN-Produkte von höchster Qualität, die es ermöglichen, den Kunden eine zehnjährige Garantie zu geben.
Schon 1970 war die junge Firma so gewachsen, dass der Umzug an den heutigen Unternehmensstandort Forchtenberg anstand. Seitdem wurden die Räumlichkeiten aufgrund des kontinuierlichen Wachstums alle vier bis fünf Jahre zu klein, so dass eine Erweiterung notwendig war. Heute stehen den rund 170 Mitarbeitern in Forchtenberg 8.000 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche zur Verfügung. 1997 kam das KRIWAN Testzentrum hinzu. Das Prüflabor, eines der modernsten in Europa, ist heute Garant für den sehr hohen Qualitätsanspruch des Unternehmens und hat viele erfolgreiche Unternehmen als Kunden.
KRIWAN Industrieelektronik ist heute Weltmarktführer in wichtigen Nischenmärkten. „Wir konzentrieren uns auf die jeweilige Nische und streben dort die Marktführerschaft an“, erläutert Geschäftsführer Jens Huischen die Unternehmenspolitik. So werden beispielsweise weltweit 86 Prozent aller Kältemaschinen mit der Schutz-Elektronik von KRIWAN ausgestattet. 95 Prozent der Antriebsmotoren werden von KRIWAN-Sensoren aus Forchtenberg vor Überhitzung geschützt. KRIWAN-Produkte sind somit in nahezu jedem Supermarkt zu finden. Bei Wettersensoren für Seilbahnen, Sessellifte und Krane liegt der Marktanteil bei über 90 Prozent und bei der Windmesstechnik von Windkraftanlagen steht das Unternehmen vor der Übernahme der Marktführerschaft.
Über Vertriebstöchter ist das Unternehmen in USA, China, Frankreich und Österreich selbst vertreten. Jens Huischen und sein Kollege in der Geschäftsführung, Dr. Elmar Zeitler, die nach Friedrich Kriwans Rückzug aus dem operativen Geschäft die Unternehmensgruppe leiten, verfolgen das Ziel, alle Produkte am deutschen Stammsitz in Forchtenberg herzustellen. Bei einer Feierstunde sagte Landrat Helmut M. Jahn, die Auszeichnung mit der Wirtschaftsmedaille sei „hochverdient, weil sich KRIWAN zum Innovationsführer in wichtigen Bereichen entwickelt und seinen Beitrag dazu geleistet habe, dass „Hohenlohe heute Heimat der Weltmarktführer ist“. IHK-Präsident Thomas Philippiak erklärte, er bewundere den „geradlinigen Kurs“ der Unabhängigkeit von Banken und Subventionen. Es sei imponierend wie man eines der wichtigste Produkte zur Marke gemacht habe: „KRIWAN gehört heute zur Kältemaschine wie Intel zum Laptop.“